BVR-Prozesslandkarte für Nicht-Genossenschaftsbanken
BVR-Prozesslandkarte für Nicht-Genossen-schaftsbanken
- 02/09/2026
BVR-Prozesslandkarte für Nicht-Genossenschaftsbanken
Prozesse strukturieren. Risiken transparent machen. Veränderung gezielt steuern.
Eine Prozesslandkarte schafft mehr als Transparenz über Abläufe. Richtig eingesetzt verbindet sie Prozesse, Verantwortlichkeiten, IT und regulatorische Anforderungen. Gerade für Banken, die agree21 nutzen, kann die BVR-Prozesslandkarte dabei ein wirkungsvoller Referenzrahmen sein – auch außerhalb des genossenschaftlichen Verbunds.
Ausgangssituation
Prozesslandschaften in Banken sind häufig historisch gewachsen. Unterschiedliche Begriffe, Strukturen und Dokumentationsstände treffen auf eine Vielzahl von Anwendungen, Dienstleistern und regulatorischen Anforderungen.
Die Informationen sind vorhanden – aber nicht immer miteinander verbunden.
Ein Prozess ist für den Fachbereich ein Ablauf, für das Risikomanagement ein potenzielles Risiko, für das IKS ein Kontrollobjekt, für das BCM ein möglicher kritischer Geschäftsprozess und für die IT ein Zusammenspiel verschiedener Anwendungen und Dienstleister.
Fehlt eine gemeinsame Struktur, entstehen schnell Doppelarbeiten und unterschiedliche Sichtweisen. Veränderungen werden aufwendig und Prüfungsnachweise müssen immer wieder neu zusammengetragen werden.
Die Frage lautet deshalb nicht nur:
Welche Prozesse hat unsere Bank?
Sondern
Wie lassen sich diese Prozesse einheitlich strukturieren, bewerten und mit den relevanten Steuerung- und Kontrollfunktionen verbinden?
Unsere Perspektive
Die BVR-Prozesslandkarte bietet hierfür einen etablierten fachlichen Ordnungsrahmen.
Dabei ist sie nicht als starres Prozessmodell zu verstehen, das eine Bank unabhängig von ihrem Geschäftsmodell übernehmen muss. Vielmehr kann sie als Referenzstruktur für die eigene Prozesslandschaft dienen.
Das ist insbesondere für die Institute interessant, die agree21 einsetzen.
Denn deren individuelle Geschäftsprozesse unterscheiden sich möglicherweise deutlich von denen einer klassischen Genossenschaftsbank. Gleichzeitig besteht eine Nähe zu den von Atruvia und weiteren Dienstleistern aus dem Geno-Umfeld bereitgestellten Verfahren und Standards.
Genau diese Schnittstelle lässt sich nutzen:
Die bankindividuellen Prozesse werden aufgenommen und auf der Struktur der BVR-Prozesslandkarte abgebildet.
Damit entsteht eine gemeinsame Sprache für Prozesse – ohne die Besonderheiten des eigenen Geschäftsmodells aufzugeben.
Die BVR-Prozesslandkarte schafft Anschlussfähigkeit an Standarddienstleistungen und sichert die Steuerungsfähigkeit des Informationsverbundes im agree21-Umfeld.
Von der Prozessaufnahme zur Steuerungsgrundlage
Der eigentliche Mehrwert entsteht in der Verbindung von Prozessaufnahme und Prozessbewertung.
Jeder Prozess kann nicht nur hinsichtlich seines Ablaufs, sondern auch hinsichtlich seiner Bedeutung und seiner regulatorischen Anforderungen eingeordnet werden.
So lässt sich beispielsweise eine Verbindung herstellen zu:
MaRisk
Risiken, Kontrollen und Auslagerungsbezüge werden dem jeweiligen Prozess zugeordnet.
DORA und BAIT
IKT-Abhängigkeiten, Informationssicherheit und digitale operationelle Resilienz werden mit den betroffenen Prozessen und Anwendungen verbunden.
Wesentlichkeitsanalyse und Kritikalität
Die Auswirkungen eines Prozessausfalls und die Bedeutung für den Geschäftsbetrieb werden transparent.
BCM
Kritische Geschäftsprozesse und Anforderungen an Wiederanlauf und Notfallvorsorge lassen sich aus der Prozesssicht heraus bewerten.
IKS
Kontrollbedarf, Schlüsselkontrollen und Kontrollwirksamkeit können direkt mit den betroffenen Prozessen verknüpft werden.
DSGVO
Verarbeitungen personenbezogener Daten und relevante Schutzbedarfe werden dort sichtbar, wo sie tatsächlich im Prozess entstehen.
Damit wird aus einer Prozessbeschreibung eine steuerbare und regulatorisch nutzbare Prozessinformation.
Besonders relevant für agree21-Nutzer.
Für Nicht-Genossenschaftsbanken, die agree21 nutzen, liegt ein zusätzlicher Vorteil in der Anschlussfähigkeit an die vorhandene Atruvia-Welt.
Die Prozesslandkarte kann mit Anwendungen, Verfahren, Dienstleistern und weiteren relevanten Informationen im Standard verknüpft werden. Dadurch entsteht ein konsistentes Bild von der fachlichen Tätigkeit bis zur technischen Umsetzung.
Eine eigene, vollständig losgelöste Prozesssystematik würde diese Verbindungen ebenfalls ermöglichen – allerdings muss die entsprechende Struktur zunächst selbst entwickelt und dauerhaft gepflegt werden.
Die Orientierung an der BVR-Prozesslandkarte kann hier Aufwand reduzieren und gleichzeitig die Vergleichbarkeit erhöhen.
Nicht die Zugehörigkeit zum genossenschaftlichen Verbund ist entscheidend, sondern die Frage, ob die zugrunde liegende Prozessstruktur einen praktischen Nutzen für die eigene Bank bietet.
Unterschiedliche Geschäftsmodelle – unterschiedliche Ausprägungen
Die BVR-Prozesslandkarte ersetzt dabei nicht die bankindividuelle Prozesssicht.
Für Banken mit Schwerpunkt Retail und Business Banking kann beispielsweise die Standardisierung und Harmonisierung großer Prozessmengen im Vordergrund stehen. End-to-End-Zusammenhänge, Prozessvarianten und Automatisierungspotenziale lassen sich systematisch identifizieren.
Bei Banken mit Schwerpunkt Private Banking und Wealth Management stehen dagegen häufig stärker individualisierte Beratungs- und Serviceprozesse, komplexe Kundenbeziehungen und spezialisierte Abläufe im Mittelpunkt.
In beiden Fällen kann dieselbe Referenzstruktur genutzt werden – allerdings mit einer unterschiedlichen Ausprägung der individuellen Prozesslandschaft.
Gerade darin liegt der Vorteil einer Referenzprozesslandkarte:
Sie schafft einen gemeinsamen Ordnungsrahmen, ohne das Geschäftsmodell vorzugeben.
Prozesse als verbindendes Element
Eine moderne Prozessorganisation endet deshalb nicht bei der Dokumentation.
Die Prozesslandkarte sollte mit den relevanten Governance- und Kontrollfunktionen verbunden sein – beispielsweise mit Risikomanagement, IKS, Datenschutz, Informationssicherheit, BCM und Interner Revision.
Gleichzeitig schafft die Verbindung zu Anwendungen, Verfahren und Dienstleistern eine Brücke zur IT.
So entsteht eine gemeinsame Datengrundlage:
Prozess – Verantwortung – Anwendung – Dienstleister – Risiko – Kontrolle – regulatorische Anforderung
Das reduziert Doppelarbeiten, verbessert die Nachvollziehbarkeit und schafft eine belastbare Grundlage für Prüfungen, Optimierungen und Digitalisierungsmaßnahmen.
Unser Ansatz
Die BANKBERATUNG verbindet bankfachliche Prozesskompetenz mit Erfahrung in der agree21- und Atruvia-Welt.
Wir unterstützen Banken dabei, ihre bestehende Prozesslandschaft zu strukturieren, auf die BVR-Prozesslandkarte abzubilden und systematisch zu bewerten.
Dabei geht es nicht um die möglichst vollständige Dokumentation um ihrer selbst willen. Entscheidend ist eine Prozesslandschaft, die im täglichen Bankbetrieb tatsächlich genutzt werden kann – für Steuerung, Regulatorik, Optimierung und Transformation.
Eine gute Prozesslandkarte zeigt nicht nur, was eine Bank tut. Sie zeigt, wie ihre Organisation funktioniert und wo sie gezielt besser werden kann.
Ihr nächster Schritt
Sie nutzen agree21 und möchten Ihre Prozesslandschaft vereinheitlichen, regulatorisch belastbar aufstellen oder für die weitere Digitalisierung nutzen?
Sprechen Sie uns an!
Gemeinsam schaffen wir einen Ordnungsrahmen, der Ihre individuellen Prozesse mit Standards, IT und regulatorischen Anforderungen verbindet.
Weitere Informationen finden Sie auch unter: https://www.bankberatung.com/prozess-und-qualitaetsmanagement/